Freiwilligendienst im Ausland (Freiwilliges Soziales Jahr im Ausland)

FREIWILLIGENDIENST IN ISRAEL


Israel ist ein freiheitlich-demokratischer und sozialer Rechtsstaat im nahen Osten. Das Land umfasst eine Fläche von 22.380 km². Die Fläche der besetzten Gebiete misst 6.831 km². Das Gebiet Israels innerhalb der sogenannten Grünen Linie (Waffenstillstandslinie von 1949) beträgt 20.991 km². Israel ist ein hoch entwickelter Industriestaat mit 8.368.400 Einwohnern (Stand 2015), von denen rund 933.200 Menschen in der Hauptstadt Jerusalem wohnen. In Vorderasien bildet der junge Staat eine religiöse, politische, wirtschaftliche und aufgrund der Fruchtbarkeit ökologische Insel.

FREIWILLIGENDIENST IM LAND MIT DEM HÖCHSTEN LEBENSSTANDARD IM NAHEN OSTEN

EIN LAND MIT VIELEN SEITEN, EIN LAND DER GEGENSÄTZE

Israel hat mit dem See Genezareth einen großen Süßwassersee, hat Zugang zu zwei Meeren und grenzt an das Tote Meer. Ländlichen und dünn besiedelten Gegenden stehen die pulsierenden Ballungsgebiete von Jerusalem und Tel Aviv (der so genannte „Gusch Dan“) gegenüber, die im Land eigene Großräume bilden. Die Vielfalt des kleinen Landes spiegelt sich in der bunten Vielgestaltigkeit seiner Regionen, die letztlich alle einen Besuch wert sind.
Auf seiner geringen Fläche findet man sowohl gebirgige Landschaften als auch größere Ebenen, sowohl Gebiete, die das ganze Jahr über relativ grün sind als auch Wüstengebiete. Im Winter kann man am israelischen Küstenabschnitt des Roten Meeres baden, zur gleichen Zeit stürzen sich am Hermon auf den Golanhöhen die Wintersportler die verschneiten Hänge hinab.

Die Religionen spielen für europäische Maßstäbe eine übermäßig große Rolle: Juden, Muslime und Christen sehen in Israel - und insbesondere in Jerusalem - einen besonderen Ort und haben dort je ihre heiligen Stätten. Geschichte und Religionen tragen viel dazu bei, dass Israel heute ein oft besuchtes und sehr interessantes Land ist. Leider tragen sie oft auch zu den Problemen und Spannungen bei, die das Bild des Landes in der Welt prägen. Für manchen, der erstmals in Israel ist, mag es daher überraschend und beruhigend sein, dass es in diesem Land auch ganz normales Alltagsleben mit Staus und Arbeit, Cafés und Strand jenseits von Konflikten und Rechtgläubigkeit gibt. Es ist vielleicht genau diese bunte Vielfalt und permanente Selbstwidersprüchlichkeit, die dieses Land ein interessantes Reiseziel sein lässt.

Israel selbst ist in seiner heutigen Form praktisch ein Einwanderungsland, denn die meisten jüdischen Bürger kamen aus allen möglichen Ländern hierher um sich anzusiedeln. Dadurch sind die Einflüsse auch vielfältig.

Gerade die kulturellen Unterschiede zwischen Arabern und Juden scheinen aber immer wieder zu gewissen Spannungen zu führen. Wenn man von Israel spricht, dann wirft das immer gewisse Unsicherheiten auf. Man muss sich, hinsichtlich der Benimmregeln, auf eine Art Mischung aus mehreren Welten einstellen. Auch in Israel sollte man grundsätzlich Frauen gegenüber zurückhaltend agieren. Auch unangemessene Freizügigkeit ist sicherlich eher unangebracht. Frauen haben nicht überall in Israel einen leichten Stand, von einer durchgängigen Gleichberechtigung kann man nicht sprechen. Man begegnet gerade allein reisenden Frauen oft etwas respektlos.

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VERHALTENSREGELN

In Israel leben zahlreiche Menschen unterschiedlicher Religionen und Herkunft miteinander, wobei das Spektrum von strenggläubig bis vollkommen liberal reicht. In diesem Spannungsfeld ist es für Besucher manchmal schwierig, den richtigen Weg zu finden, wenn es um die Frage geht: Wie verhalte ich mich?

Am Schabbat sollte man auf die religiösen Gefühle Rücksicht nehmen, also z.B. auf das Rauchen in der Öffentlichkeit, das Autofahren in religiösen Vierteln und das Fotografieren an der Klagemauer verzichten.

BEGRÜSSUNG IN ISRAEL

In Israel begrüßt man sich meist per Handschlag und spricht sich oft per Du an. Die Grußformel Schalom passt eigentlich immer irgendwie, sie bedeutet sowohl Guten Tag als auch Auf Wiedersehen. Unter Freunden und Bekannten begrüßt man sich auch in Israel gerne mit Wangenküsschen. Etwas problematisch kann besonders für Frauen der Umgang mit streng orthodox lebenden Juden sein. Frauen dürfen diese keinesfalls berühren, also auch nicht mit Händedruck begrüßen.

EINGELADEN WERDEN IN ISRAEL

Eine Einladung in Israel ist schon etwas Besonderes. Man sollte sich dementsprechend gut kleiden und kleine Gastgeschenke mitbringen. Als Geschenke eignen sich vor allem Blumen oder etwas Süßes. Gastgeschenke aus Deutschland kommen nicht immer sehr gut an.

KLEIDUNG IN ISRAEL

Grundsätzlich ähnelt die Kleidung in Israel der in Deutschland. Männer dürfen sich im Sommer durchaus mit kurzen Hosen zeigen, Frauen dürfen sich luftiger (nicht zu offenherzig) kleiden. Zumindest bei offiziellen Anlässen wird Wert auf tadellose und förmliche Garderobe gelegt. In der Freizeit kann man sich immer leger kleiden, Frauen sollten sich aber nie zu freizügig kleiden. Der Besuch von religiösen Stätten erfordert spezielle Kleidungsregeln. In Synagogen müssen Frauen sich sehr konservativ kleiden, von Männern wird erwartet, dass sie sich eine Kippa aufziehen. Frauen sollten ihr Haupt mit einem Schal bedecken. Außerdem ist Israel ein Einwanderungsland und daher in ständiger Bewegung. Die Integration von bisher über einer Million Neueinwanderern aus der ehemaligen Sowjetunion und aus Äthiopien seit 1991 führte zur Veränderung der politischen, gesellschaftlichen und ökonomischen Landschaft.


ESSEN UND TRINKEN IN ISRAEL

Was z. B. in Deutschland undenkbar ist, ist in Israel normal. Häufig sitzen Männer und Frauen getrennt. Männer unterhalten sich dann über Männersachen, Frauen über Frauensachen. Auch das ist normal. Im Restaurant wird normalerweise ein Trinkgeld erwartet, das in der Höhe in etwa dem in Deutschland entspricht. Beim Essen gibt es wenige Konventionen. Man muss aber immer darauf achten, wo man speist. Grundsätzlich ist die Küche im Land sehr international. Wo jedoch typisch jüdisch gekocht wird, da muss man sich eben auf die Besonderheiten der Speisen einstellen (z. B. koscheres Essen)
Israel wird gerne bezeichnet als das Land, wo „Milch und Honig fließt“. Tatsächlich sind die Speisen hier sehr vielfältig. Als deutscher Tourist sollte man es nicht versäumen, die zahlreichen kulinarischen Spezialitäten zu kosten. Das Essen kann bezeichnet werden als eine Mischung aus der Küche des mittleren Ostens und des Mittelmeeres. Nationalspeise aber ist das sogenannte Falaffel – eine Art Vorspeise, die aus frittierten Kichererbsenbällen in Fladenbrot besteht. Ebenfalls nicht versäumen sollte man den israelischen Wein, der besonders lecker ist.
Die Netzspannung in Israel beträgt 220 Volt beziehungsweise 50 Hertz – empfehlenswert ist es, einen Adapter mit auf die Reise zu nehmen.

NACHTLEBEN

In vielen israelischen Städten kann man an den Abenden und in der Nacht noch viel unternehmen. Es gibt vielerorts Cafés, Kneipen und Bars, die bis weit in die Nacht geöffnet haben. Aufgrund des mediterranen Klimas ist in den Innenstädten in den Abendstunden noch viel los, auch viele Geschäfte haben lange geöffnet. Die Hauptausgehtage sind Donnerstag- und Freitagnacht, in Tel Aviv kann man an allen Tagen ausgehen. Allerdings sorgt auch hier der Schabbat für wichtige Ausnahmen: Am Freitagabend kehrt in religiös geprägten Städten und Vierteln Ruhe ein; wenn man an diesem Abend in der Jerusalemer Fußgängerzone in der Ben-Jehuda-Straße unterwegs ist, steht man vor verschlossenen Türen und ist praktisch allein.
Die wichtigsten Städte mit einem ausgeprägten Nachtleben sind Eilat und Tel Aviv. Tel Aviv, „die Stadt die niemals schläft“, gilt in Israel als die Partyhauptstadt schlechthin. Es gibt eine kaum überschaubare Anzahl von Bars und Clubs. Eine wichtige Hilfe ist hier die englische Version von „Time-out“; dieses Ausgehmagazin für Tel Aviv ist in den Touristenbüros erhältlich.
In Tel Aviv befinden sich viele Bars in der Allenby Street, an der Strandpromenade sowie in den Straßen Lilienblum und Nahalat Binyamina (wobei es natürlich noch viele andere gibt). Viele Clubs befinden sich im Florentin, am alten Hafen und im Harekevet-Viertel. Zu beachten ist, dass die meisten Clubs erst ab Mitternacht aufmachen; danach kann man aber bis in die Morgenstunden feiern. Ansonsten gehen Israelis auch gerne in die vielen Cafés (z.B. in der Ibn-Gvirol-Straße, Sheikin-Straße und am Rothschild Boulevard).
Wenn man mobil ist, kann man sich auch nach einer Kibbuzdisko erkundigen.

FKK, OBEN OHNE BADEN IN ISRAEL

FKK und Oben Ohne Baden sind in Israel nicht üblich.

FOTOGRAFIEREN IN ISRAEL

In Israel ist es normalerweise verboten, Bilder von militärischen Einrichtungen zu machen. Sehr problematisch sind auch Aufnahmen von Staatlichen Einrichtungen und sogar von Polizeistationen.

UNTERHALTUNG IN ISRAEL

Mit Englisch kommt man im Land sehr gut zurecht. Viele Schilder an den Straßen, an Geschäften und öffentlichen Gebäuden sind auch auf Englisch beschriftet. Da man in Israel in den Schulen Englisch als Fremdsprache lernt, sprechen zumindest die meisten in Israel geborenen Israelis diese Sprache. Auch durch die starke Ausrichtung des Landes auf den Tourismus sind Englischkenntnisse für viele Israelis selbstverständlich. Viele ältere Israelis sprechen auch deutsch - jedoch nicht immer gern.
Allerdings kann es passieren, dass man doch an einen Israeli gerät, der kein Englisch kann (oder es zumindest nicht verstehen oder sprechen will). Spätestens dann ist es sinnvoll, doch einige Worte zu beherrschen - ganz abgesehen davon, dass es positiv registriert wird, wenn man zumindest einige Begriffe und Wendungen kennt.
Für die Aussprache ist es hilfreich zu wissen, dass hebräische Wörter meist auf der letzten Silbe betont werden. Eine wichtige Ausnahme von dieser Regel bilden die Wörter auf -et, die auf der vorletzten Silbe betont werden; auch einzelne andere Wörter haben eine andere Betonung.

Deutsche Besucher in Israel werden kaum Sprach- oder Kommunikationsprobleme haben. Die jüngere Generation der Israelis versteht und spricht zwar kaum noch Deutsch, doch man kann sich auf Englisch gut verständigen. Französisch ist weniger verbreitet.

Mit Israelis kommt man normal gut ins Gespräch und man kann sich über alles mögliche mit ihnen unterhalten. Israelis gelten als sehr modern und aufgeschlossen und sind somit praktisch jedem Thema gegenüber offen. Dennoch muss man nicht unbedingt den Nahost-Konflikt oder Religiöse Themen unnötig strapazieren. Als Deutscher sollte man nicht unbedingt über den II. Weltkrieg diskutieren.
Für den Besuch arabischer Kulturstätten gilt vor allem, dass sie ohne Schuhe betreten werden und auf kurze Hosen / Röcke und freie Schultern verzichtet wird. Also immer eine Mütze oder ein Tuch in der Tasche haben. Außerdem wird auf Alkohol verzichtet und Frauen sind nicht unbedingt gern gesehene Gäste in den Teestuben.
Wichtig zu wissen ist, dass es am Shabbat (Freitag Nachmittag bis Samstag Abend) kaum öffentliche Verkehrsmittel gibt, d.h. ihr müsst das im Hinterkopf behalten falls ihr in dieser Zeit zum Flughafen gelangen müsst oder Ähnliches.

ISRAEL IST KEIN BILLIGREISELAND

Im Allgemeinen liegen die Preise auf europäischem Niveau, viele Restaurants sind recht teuer. Ein gutes Frühstück in einem Café kostet umgerechnet ca. 8 Euro, ein Mittagessen zwischen 10 und 20 Euro, ein Abendessen (ohne Getränke) ist mit 20 bis 30 Euro und oft auch mehr zu veranschlagen. In Gaststätten, Cafés und Pubs ist es üblich, dem Rechnungsbetrag, den man überall auch mit Kreditkarte bezahlen kann, ein Trinkgeld von ca. 10-12 Prozent in bar hinzuzufügen.

SICHERHEIT BEI UMSICHT KEIN PROBLEM

Über ihre persönliche Sicherheit brauchen sich deutsche Geschäftsreisende keine besonderen Sorgen zu machen, wenn sie die überall gültigen Regeln allgemeiner Umsicht beachten. Kontrollen durch Sicherheitspersonal sind nicht ungewöhnlich, an allen Eingängen größerer Gebäude, Restaurants, Pubs, Theater, Einkaufszentren oder Supermärkten werden mitgeführte Taschen kontrolliert und ein Metallscan durchgeführt. Diese Kontrollen sollten nicht als Verletzung der Privatsphäre betrachtet werden, sondern als Beitrag zur Erhöhung der persönlichen Sicherheit, denen man mit Geduld begegnen sollte. Allgemein ist die Kriminalität in Israel geringer als in vielen westlichen Städten.

DIE BEWEGTE GESCHICHTE ISRAELS

Israels Geschichte ist geprägt von Konflikten und Besatzung

 

GEOGRAFIE

Auch wenn das kleine Land am östlichen Rand des Mittelmeeres auf der afrikanischen Kontinentalplatte liegt, gehört es geografisch zu Vorderasien. Die Länge des Landes von Norden bis Süden ist 470 km. An der Stelle mit der größten Ausdehnung ist Israel 135 Kilometer breit. An der schmalsten Stelle misst es etwa 15 Kilometer. Die Nachbarländer von Israel sind der Libanon im Norden, Syrien im Nordosten, Jordanien und das Westjordanland im Osten, Ägypten und der Gazastreifen im Südwesten. Im äußersten Süden grenzt es außerdem auch an das Rote Meer. Nicht zuletzt aufgrund dieser strategisch bedeutenden Lage war und ist das Land durch die Jahrhunderte heiß umkämpft.

Das Staatsgebiet Israels setzt sich aus 6 Bezirken zusammen, die fast alle in 15 Unterbezirke unterteilt sind. Das sind: Nordbezirk, Bezirk Haifa, Zentralbezirk, Bezirk Tel Aviv, Bezirk Jerusalem, Südbezirk. Zusätzlicher Militärbezirk: Judäa und Samaria (Dieser umfasst die jüdischen Siedlungen im Westjordanland).

In Israel gibt es 68 Städte und hunderte kleinere Ortschaften. Zu den größeren Städten zählen Jerusalem, Tel Aviv-Jaffa, Haifa, Rischon LeZion, Aschdod und Be’er Scheva. In den heute israelisch besetzten Gebieten Westjordanland einschließlich Ostjerusalem, Gazastreifen und Golanhöhen, die außerhalb der Waffenstillstandslinie des Staates Israel liegen, gibt es etwas über 200 israelische Siedlungen.

Eine israelische Besonderheit sind die Kibbuzim und Moschawim. Das sind Ortschaften mit einer sozialistisch-kollektiven oder genossenschaftlichen Verfassung.

Israel lässt sich in folgende vier Regionen unterteilen: Die Mittelmeerküste, die Hügellandschaft im Zentrum, das Jordantal und die Wüstenregion Negev. Der geografisch zur Sinai-Wüste gehörende Negev bedeckt mit einer Fläche von rund 12.000 km² mehr als die Hälfte der Landfläche Israels. Diese Negev-Wüste beginnt im Norden etwa auf der Höhe von Be’er Scheva und endet bei Eilat.

Der niedrigste Punkt Israels und der Erdoberfläche ist das Tote Meer. Es befindet sich 418 m unter dem Meeresspiegel. Der höchste Punkt des Landes ist mit 1208 m der Berg Meron in Galiläa, beziehungsweise aus israelischer Sicht ein 2248 m hoher Vorgipfel des Hermon.

Der Hasbani, der Dan im nördlichen Israel und der Banyas (auch Hermonfluss genannt) in den nördlichen Golanhöhen, sind die wichtigsten Wasserquellen Israels. Sie sind die Quellflüsse des Jordans, der mit 322 km der längste Fluss Israels ist. Er fließt südlich durch die Huleebene in den See Genezareth. Dort fließt er im Süden des Sees ab und endet schließlich im Toten Meer.

KLIMA IM LAND DER GEGENSÄTZE

Wegen seiner Lage ist das Klima in Israel sehr vielfältig. Die verschiedenen Klimazonen werden von der subtropischen Trockenheit der Sahara und der arabischen Wüsten und der subtropischen Feuchtigkeit am Mittelmeer bestimmt. Im Norden herrscht eher gemäßigtes Klima. Im Süden ist es dagegen heiß und trocken. Am Mittelmeer herrscht typisches subtropisches Mittelmeerklima, mit heißen, trockenen Sommern und milden, regenreichen Wintern. Mit einer Durchschnittstemperatur von 6 Grad Celsius bis 15 Grad Celsius ist der Januar der kälteste Monat. Die wärmsten Monate sind mit 22 Grad Celsius bis 33 Grad Celsius im Durchschnitt der Juli und August. Zwischen den Monaten November und März fällt 70 % des durchschnittlichen Regens. Zusätzlich sind in dieser Zeit Unwetter und Hagel üblich. In den Monaten Juni bis September ist es dagegen normalerweise trocken. Im Winter kann es in den höheren Regionen und ab und zu auch in Jerusalem schneien.

ISRAELS NATUR – FLORA UND FAUNA

Obwohl Israel ein sehr kleines Land ist, sind die Landschaften aufgrund seiner Lage zwischen Wüstengebieten und mediterranen Wäldern sehr vielfältig, abwechslungsreich und teilweise sehr gegensätzlich. Wegen der unterschiedlichen klimatischen Zonen findet man in der Pflanzenwelt fruchtbare Vegetationen in Teilen des Nordens bis zu Oasen im Süden des Landes und eine sehr große Vielfalt an Tieren. Jedoch starben Anfang bis Mitte des 20. Jahrhunderts viele Tiere aus. Weitere zahlreiche Tiere sind vom Aussterben bedroht. In der Judäischen Wüste und im Negev gibt es noch einige Exemplare des seltenen Arabischen Leoparden. Ein weiteres Großtier, das sich bis jetzt halten konnte, ist z. B. der Nubische Steinbock. Die im Wildpark von Chai Bar Jotvata gezüchteten Arabischen Oryxantilopen und Persische Halbesel wurden wieder in den Wüstengebieten der Avara und des Negev angesiedelt. Die Arten der mediterranen Klimazonen, wie Armenische Wildschafe und Mesopotamische Damhirsche (auch Persische Damhirsche genannt), werden im Norden im Wildpark Chai Bar Karmel gezüchtet. Die Mesopotamischen Damhirsche kommen in Nord-Israel auch wieder in Freiheit vor. Ebenfalls wieder angesiedelt wurde das Reh. Daneben leben in Israel folgende Tiere: Syrische Streifenhyäne, Arabischer Wolf, Dorkasgazelle, Wildschwein. Bei Eilat, in der Nähe von Salzteichen, lebt der Rosaflamingo.

In Israel wachsen Olivenbäume, Eichen, Feigenbäume und Johannisbrotbäume. Außerdem findet man seit den 50er Jahren Nadelwälder und Obstplantagen. Heute sind etwa 3 % der Fläche Israels bewaldet. Seit ca. 1985 gibt es im Süden des Landes auch Akazien und Kastanien, die künstlich angepflanzt wurden. Dattelpalmen wachsen in Teilen des Negev und an den Küstengebieten. In der Negevwüste wächst überwiegend der Kaktus Opuntia ficus-indica. Bananengewächse findet man im Norden des Landes seit 1960. Anemonen, Tulpen, Narzissen und Lilien sind die am weitesten verbreiteten Blumen in Israel.

SPRACHEN

Die israelische Bevölkerung ist eine kulturell vielfältige Gemeinschaft, in der mehrere Sprachen gesprochen werden. Laut Statistiken gibt es insgesamt 33 verschiedene Sprachen und Dialekte in Israel. Amtssprachen sind heute Ivrit (modernes Hebräisch) und Arabisch. Englisch ist die am dritthäufigsten gesprochene Sprache, hat seit 1999 einen Sonderstatus und spielt im amtlichen Gebrauch nach wie vor eine wichtige Rolle. Russisch wird von etwa 20 % der Bevölkerung gesprochen.

Das Ende des 19. Jahrhunderts wiederbelebte Hebräisch ist heute die wichtigste Sprache des Landes. Im Behördenverkehr wird fast ausschließlich Hebräisch verwendet. Hebräisch ist an arabischsprachigen Schulen Israels von der dritten Klasse an ein Pflichtfach. Für Schüler, die in eine israelische Schule eintreten möchten, ist eine hebräische Aufnahmeprüfung vorgeschrieben. Arabisch wird hauptsächlich von israelischen Arabern, Drusen, mizrachischen und jemenitischen Juden gesprochen. An hebräischen Schulen ist Arabisch ein Pflichtfach. Erst seit dem Jahr 2000 hat das Arabische laut Gesetz die gleiche Stellung wie das Hebräische. Deswegen gibt es heute zweisprachige Schilder, Etiketten von Lebensmitteln und Bekanntmachungen der Regierung.

RELIGIONEN IN ISRAEL

Israel ist der einzige Staat der Welt, in dem die Bevölkerungsmehrheit mit insgesamt 75 % von den Juden gebildet wird. Israel ist zwar ein jüdischer Staat, aber die Unabhängigkeitserklärung des Staates Israel von 1948 garantiert die Religionsfreiheit. Anerkannte Religionsgemeinschaften sind die jüdische, die islamische und die verschiedenen christlichen Kirchengemeinden sowie die der Drusen und der Bahai. Daneben gibt es in Israel Karäer, messianische Juden und die weltweit einzige Gemeinde von Samaritanern.

BEVÖLKERUNG UND KULTUR – ZWISCHEN GEGENWART UND VERGANGENHEIT

Israel wurde als Staat gegründet, der Juden aus der ganzen Welt eine Heimat bieten und sie vor der Verfolgung schützen soll. Das Rückkehrgesetz erlaubt es grundsätzlich allen Juden, die nach Israel einwandern, die israelische Staatsbürgerschaft zu erlangen. Eine doppelte Staatsangehörigkeit ist möglich. Das Land Israel ist ein junger Staat mit einer langen Geschichte und in seiner heutigen Form praktisch ein Einwanderungsland. Die meisten jüdischen Bürger kamen aus allen möglichen Ländern nach Israel, um sich hier anzusiedeln. Das Land ist deshalb durch vielfältige Einflüsse und verschiedenartige Ideologien, Anschauungen und Lebensstile geprägt. Hier trifft der Osten auf den Westen.

Die israelische Bevölkerung wird auf über 8,3 Millionen Menschen geschätzt (Stand 2015), darunter sind etwa 6,1 Millionen Juden und 1,7 Millionen Araber. Die jüdische Bevölkerung besteht unter anderem aus Aschkenasim, Misrachim, Sephardim, jemenitischen Juden und äthiopischen Juden. Die meisten arabischen Israelis sind sesshafte Muslime, es gibt aber auch einen nicht geringen Anteil an Beduinen, Christen und Drusen. Zu den Minderheiten in Israel gehören Samaritaner, Armenier, Tscherkessen und Roma. Seit dem Jahr 2000 leben in Israel auch mehrere Tausend asiatische Arbeitsmigranten und Asylbewerber aus Afrika.

In Jerusalem, Haifa, Jaffa oder Akko und Ramle lebt die arabische und jüdische Bevölkerung teilweise zusammen. Die größte prädominant arabische Stadt ist Nazareth, gefolgt von Umm al-Fahm; die größte von Beduinen bewohnte Stadt ist Rahat im Negev.

Das viertausend Jahre alte jüdische Erbe, mehr als ein Jahrhundert des Zionismus – die »Sammlung der Zerstreuten« – und sechs Jahrzehnte als moderner Staat haben eine einzigartige israelische Kultur hervorgebracht.
Als großes Einwanderungsland und Gesellschaft der zweiten Generation gibt es in Israel Kreativ-Schaffende, die sich den vielen verschiedenen kulturellen und sozialen Strömungen verpflichtet fühlen. Die Traditionen jeder Gruppe stehen dabei nicht nur in ständigem Wettstreit miteinander sondern haben sich auch mit der jüngeren Geschichte des Landes und dem Leben im Nahen Osten auseinanderzusetzen. Die fortwährende Suche nach kultureller Identität findet ihren Ausdruck in der Kreativität, die sich in einer bunten Vielfalt von Kunstformen äußert und von einem Großteil der Bevölkerung geschätzt wird.
Musik
Israel ist eines der aktivsten Musikzentren der Welt. Ein blühendes klassisches Musikleben basiert auf dem Talent zahlreicher Komponisten und Tausender von Berufsmusikern. Durch die Einwanderungsgesellschaft ist in Israel ein einzigartiges und dynamisches Genre der Volksmusik entstanden.
Bereits nach dem Ersten Weltkrieg nahm die Musik einen wichtigen Platz im kulturellen Leben der jüdischen Gemeinde ein. Doch erst in den 1930er Jahren erhielt die Musik auf professionellem Niveau einen entscheidenden Impuls dadurch, dass Hunderte von Musiklehrern und Musikstudenten, Komponisten, Instrumentalisten und Sängern sowie Tausende von Musikliebhabern in das Land Israel strömten.
Singen ist ein Teil des täglichen Lebens in Israel. Israels Lieder werden bei vielen öffentlichen und privaten Veranstaltungen sowie bei internationalen Gesangswettbewerben vorgetragen. Beliebte israelische Volkslieder haben einen unverwechselbaren Stil. In ihnen verbinden sich vielfältige ethnische Idiome mit hebräischer Lyrik. Viele dieser Volkslieder haben zur Entstehung von Volkstänzen geführt, die im ganzen Land – bei Jugendlichen genauso wie bei Älteren – sehr beliebt sind. In der modernen israelischen Gesellschaft hat auch moderne, westlich geprägte Unterhaltungsmusik ihren festen Platz, die sich aber oftmals mit orientalischen Klängen vermischt.

 

Wir sprechen vom FSJ, weil im allgemeinen Sprachgebrauch diese Abkürzung überwiegend für die Bezeichnung von Freiwilligendiensten genutzt wird. Tatsächlich sind die Freiwilligendienste jedoch in unterschiedlichen Programmen mit verschiedenen gesetzlichen Grundlagen und Richtlinien geregelt.