Freiwilligendienst im Ausland (Freiwilliges Soziales Jahr im Ausland)

FREIWILLIGENDIENST IN KIRGISTAN

Kirgisistan ist ein zentralasiatischer Binnenstaat mit rund 6,01 Millionen Einwohnern. Er grenzt im Norden an Kasachstan , im Südosten an China , im Süden an Tadschikistan und im Westen an Usbekistan . Kirgisistan, hervorgegangen aus der Kirgisischen SSR der Sowjetunion, erlangte seine Unabhängigkeit mit dem Zerfall der Sowjetunion 1991. Hauptstadt ist Bischkek.

FREIWILLIGENDIENST IM ZENTRALASIATISCHEN BINNENSTAAT

 

Die Menschen sind außerordentlich gastfreundlich und traditionsbewusst. Die Weite der Steppe und die Majestät der verschneiten Berge lassen sich auch im Stolz und der Freiheitsliebe der kirgisischen Mentalität wiederfinden. Die Familie hält immer zusammen, die finanzielle Lage spielt dabei keine Rolle. Viele Menschen in Dörfern leben auf engem Raum mit ihrer Familie zusammen.

Den Menschen in den Städten geht es finanziell oft besser. Des Weiteren sind die Menschen in den Städten sehr modebewusst. Gepflegtes Aussehen ist ein Muss und, soweit es der Geldbeutel hergibt, wird Wert auf wechselnde und teurere Kleidung gelegt.

Wissenswertes zum FSJ in Kirgistan


Die kirgisische Kultur unterscheidet sich in einigen Punkten von der deutschen Kultur:

  • Die Erwachsenen darfst du nicht duzen.
  • Du solltest dir in der Öffentlichkeit nicht die Nase putzen.
  • Es ist nicht üblich Kaffee zu trinken, höchstens Tee.
  • Einige kleine Tankstellen verkaufen verdünntes Benzin. Es ist also ratsam an großen Tankstellen zu tanken.
  • Habe immer genug Kleingeld dabei, denn es kann vorkommen, dass beispielsweise Taxifahrer oder Marktfrauen kein Geld wechseln können.

Die Währung in Kirgistan ist der kirgisische Som (Stand März 2017: 1 Som = 0,0136 Euro).

Allgemeine Landesinformationen

Ein kurzer Blick in die Geschichte Kirgistans

Die kirgisische Geschichte ist wenig erforscht. Bekannt sind die Kriegerstämme der Saka aus dem 6. Jh. v. Chr., die Alexander dem Großen hartnäckigsten Widerstand gegen seinen Vormarsch durch Zentralasien leisteten. Reiche Bronze- und Goldketten zeugen von der frühen handwerklichen Kunstfertigkeit. In der späteren Zeit wurde Zentralasien durch türkische, iranische, chinesische und mongolische Herrscher geprägt. Die Vorfahren der heutigen Kirgisen kommen vermutlich aus Sibirien. In der zweiten Hälfte des 18. Jh. drangen die Russen nach Zentralasien vor; Kirgistan ging in der Russischen Föderation auf und wurde 1936 eine eigenständige Sowjetrepublik. Viele Nomaden wurden während der rücksichtslosen Kollektivierung unter Zwang sesshaft, was zu blutigen Revolten führte. Mit dem Zerfall der Sowjetunion entstand im Jahr 1991 die eigenständige kirgisische Republik. Heute gilt Kirgistan als eines der stabileren zentralasiatischen Staaten.

Geografie

Die kirgisische Republik befindet sich in Nordosten des Zentralasiens, erstreckt sich über einen Teil des Tienschans und nördliche Bergkämme des Pamiro-Alaj. Die Fläche des Landes erstreckt sich auf 900 km von Westen nach Osten und auf über 400 km von Norden nach Süden. Kirgistan hat keinen Zugang zum Meer, die Gesamtfläche beträgt 198,5 Tsd. km². Flächenmäßig gesehen ist Kirgistan das siebtgrößte Land der GUS. Um es mal bildhaft vorzustellen, ist es wie Portugal, Schweiz, Belgien und Niederlande zusammen.

Im Norden grenzt das Land an Kasachstan an, im Osten - an China, im Süden – an China und Tadschikistan, im Westen - an Usbekistan. Etwa 93% der Gesamtfläche Kirgistans befindet sich auf einer Höhe von über 1000 m über dem Meeresspiegel.

Die durchschnittliche Höhe beträgt 2.750 m, die maximale Höhe dagegen 7.439 m (Siegesspitze), die minimale – 394 m. Der nördlichste Punkt des Landes befindet sich auf einer Breite mit Rom, der südlichste – mit der Insel Sizilien.

Klima – die verschiedenen Klimazonen

Das Klima Kirgisistans ist von trockenen und kontinentalen heißen Sommern und von kalten Wintern geprägt. Die täglichen Temperaturschwankungen sind erheblich.

Im Süden des Landes werden im Sommer Temperaturen von 45 °C gemessen, während im Winter die Temperaturen auf -18 °C fallen können.

 

Landessprache

Kirgisistan ist ein offiziell zweisprachiges Land. Staatssprache ist Kirgisisch; Russisch hat seit 2000 wieder den Status einer offiziellen Sprache. Beide Sprachen, Kirgisisch und Russisch, werden heute im kyrillischen Alphabet geschrieben.
Daneben ist aufgrund der großen usbekischen Minderheit auch die usbekische Sprache verbreitet, besonders im südlichen Landesteil. Diese besitzt jedoch keine offizielle Stellung.

Religion in der kirgisischen Kultur

Kirgisistan ist vorwiegend muslimisch geprägt. 80 % der Einwohner sind heute sunnitische Muslime der hanafitischen Rechtsschule.  Auch die im Land lebenden Minderheiten der Uiguren, Dunganen und Usbeken sind in der Regel Muslime. Die zweitstärkste religiöse Gruppe ist das Christentum, 8% der Bevölkerung sind russisch-orthodox, während ein anderer Teil auf die Nestorianer zurückgeht. Die Angehörigen der deutschen Minderheit sind teils Katholiken, teils Lutheraner. Weitaus kleinere Minderheiten bilden bucharische Juden und Buddhisten.

Bevölkerung und Kultur

Kirgistan hat rund 6,01 Millionen Einwohner. Den größten Teil der Bevölkerung machen die Kirgisen (64,9 %) aus. Außerdem leben Usbeken (13,8 %), Russen (12,5 %), Dunganen (chinesische Muslime, 1,1 %), Uiguren (1,0 %), Ukrainer (1,0 %), Tadschiken (0,9 %), Tataren (0,9 %), Kasachen (0,9 %) und Angehörige weiterer Ethnien wie etwa 57.000 Mescheten im Lande.

Anfang der 1990er Jahre lebten noch ca. 100.000 Deutsche dort; sie sind inzwischen mehrheitlich nach Deutschland ausgewandert, aber es gibt noch kleine deutsche Gemeinden in Dörfern wie Luxemburg und Rot-Front. 1999 gab es nur noch etwa 20.000 Deutsche in Kirgisistan. 2007 wurde ihre Zahl auf rund 12.000 geschätzt.

Einen zentralen Platz in der kirgisischen Kultur nehmen Pferdezucht und Jurte ein. Der Stellenwert der Jurte lässt sich leicht an der Tatsache ablesen, dass die Nationalflagge das Gestänge einer Jurte um die obere Rauchabzugsöffnung (den Tündük) darstellt. Die Strahlen im Kreis stellen die verschiedenen kirgisischen Stämme dar, die sich unter Manas vereinigt haben.
Filz- und Lederbearbeitung und die Falknerjagd, insbesondere mit Adlern, wie auch die Jagd mit Windhunden (insbesondere mit dem einheimischen Taigan) hat eine lange Tradition im Land.

Wir sprechen vom FSJ, weil im allgemeinen Sprachgebrauch diese Abkürzung überwiegend für die Bezeichnung von Freiwilligendiensten genutzt wird. Tatsächlich sind die Freiwilligendienste jedoch in unterschiedlichen Programmen mit verschiedenen gesetzlichen Grundlagen und Richtlinien geregelt.