Freiwilligendienst im Ausland (Freiwilliges Soziales Jahr im Ausland)

FREIWILLIGENDIENST IN FRANKREICH

Der Einheitsstaat Frankreich ist flächenmäßig das größte Land der Europäischen Union. Die französische Natur zeichnet sich durch Vulkanlandschaften, hohe Berge, Küsten und endlose Pinienwälder aus. Die Hauptstadt liegt im Herzen des Landes.

FREIWILLIGENDIENST IM DRITTGRÖSSTEN LAND EUROPAS

Frankreich ist bekannt für Spezialitäten wie kostbare Weine, aromatische Käsesorten und ausgezeichnete Backwaren. 

In Frankreich leben die Menschen das „Savoir vivre“, d.h. sie machen lange Mittagspausen, gehen gerne in Restaurants essen und genießen mehrgängige Menüs. Eine normale Arbeitswoche hat für einen Franzosen ungefähr 36 h, bei uns in Deutschland sind es für gewöhnlich 39-40h in der Woche.

Mode und Fußball sind zwei der vielen Facetten, die Frankreich zu bieten hat. Vor allem Kultur und Allgemeinbildung werden in Frankreich groß geschrieben, daher sind zum Beispiel Taschenbücher sehr günstig. Auch ein Museumsbesuch ist meist günstig und jeden ersten Sonntag im Monat sogar kostenlos.

Auch Themen wie Politik und Wirtschaft kommen in Frankreich nicht zu kurz. In guter Tradition der Revolution kämpfen Franzosen für ihre sozialen Rechte (Gewerkschaften, Arbeitszeiten etc.), dadurch wird verhältnismäßig viel und umfassend gestreikt.

 

Wissenswertes zum FSJ in Frankreich

Für deinen Freiwilligendienst in Frankreich haben wir hier noch ein paar weitere wichtige Fakten, die dir helfen könnten:

- Für jeden jungen Menschen ist das FSJ eine tolle Gelegenheit, eine neue Sprache zu lernen oder bestehende Sprachkenntnisse zu verbessern. Die Franzosen sprechen nur ungern Englisch oder andere Sprachen. Auch in den Großstädten ist es nicht selbstverständlich, dass die Leute Englisch sprechen oder es verstehen.

- In Frankreich sind die Menschen sehr höflich; Bitte, Danke und angemessene Begrüßungen sind wichtig.

- In Frankreich ist es üblich, sich in der Höflichkeitsform anzusprechen, selbst wenn man sich schon länger kennt. Auch die Anreden  „Monsieur“, „Madame“ oder „Mademoiselle“  gehören in alltägliche Unterhaltungen.

- Die Franzosen legen großen Wert auf Tischmanieren, deshalb sieht man es z.B. nicht gerne wenn Geflügel mit der Hand gegessen wird. Dagegen ist der Umgang mit dem Baguette viel legerer. Das Baguette wird nicht geschnitten wie gewohnt in Deutschland, sondern wird abgebrochen und in die gewünschte Soße getunkt.

- In Frankreich begrüßt man sich in aller Regel mit Wangenküssen. Die „bise“ sind je nach Region ein, zwei, drei oder vier Luftküsse, die Richtung Wange geschickt werden. Bei formelleren Anlässen wird die Hand bei der Begrüßung oder Verabschiedung nicht geschüttelt sondern gedrückt.

- Unser Tipp: Die berühmteste Konditorei Frankreichs heißt Ladurée und verkauft die köstlichen Macarons in allen verschiedenen Variationen.

 

AKTUELLE FSJ PROJEKTE IN FRANKREICH

Allgemeine Landesinformationen

Die Geschichte Frankreichs

Frankreich war bis zum 5. Jahrhundert Teil des Weströmischen Reichs. Zusammen mit Norditalien, Belgien und Teilen Deutschlands nannten es die Römer Gallien. Nach dem Zerfall des Weströmischen Reichs übernahmen die Germanen die Herrschaft in Gallien. In dieser Zeit kam es ständig zu Kämpfen zwischen kriegerischen Stämmen und zu zahlreichen Reichsgründungen.
Erst Karl dem Großen (742-814) gelang es, weite Teile des früheren Weströmischen Reichs zu einen. Aus dem Vertrag von Verdun 843 ging das heutige Frankreich hervor.
Im vierzehnten Jahrhundert kam es im Streit um die Thronfolge zwischen Frankreich und England zum „Hundertjährigen Krieg“ (1337-1453). Die Bauerntochter Jeanne d’Arc befreite 1429 die Stadt Orléans von den Engländern und verhalf Karl VII. an die Macht. Erst 1453 wurden die Engländer vollständig aus Frankreich vertrieben. In den folgenden Jahren gewann das Königreich Frankreich zunehmend an Stärke. Es folgte der Absolutismus während der Regentschaft des Sonnenkönigs Ludwig XIV (1638-1715). Sein monumentales Schloss in Versailles war der Mittelpunkt seines riesigen Hofstaats. In der Folge führte die wachsende Armut 1789 zur Französischen Revolution, die einschneidende Reformen einleitete und der Monarchie ein vorläufiges Ende setzte.
Der Korse Napoleon Bonaparte übernahm 1799 als Erster Konsul der Französischen Republik die Macht. 1804 krönte er sich selbst zum Kaiser von Frankreich. Unter seiner Führung wurden große Teile Europas erobert und die alteuropäische Staaten- und Herrschaftsordnung umgestürzt. Im Anschluss schwankte Frankreich zwischen Monarchie und Republik.
Nach 1871 bildeten sich in Europa zwei Machtblöcke: Die Triple-Entente, ein Bündnis aus Großbritannien, Frankreich und Russland und der Zweibund, ein Bündnis aus Österreich-Ungarn und dem Deutschen Kaiserreich, aus dem später mit Italien der Dreibund wurde. Übersteigerter Nationalismus und internationale Krisen führten Europa zum Ersten Weltkrieg, an dessen Ende Frankreich auf Seiten der Sieger stand. Der Friedensvertrag von Versailles im Jahr 1919 veränderte das europäische Staatengefüge.
Während des Zweiten Weltkrieges überrannte der deutsche Angriff im Mai 1940 Frankreich innerhalb von wenigen Wochen. Einen Monat später unterschrieb Frankreich ein Waffenstillstandsabkommen, was einer Kapitulation glich. Das rief die Widerbestandsbewegung (Résistance) hervor. Führender Kopf der Bewegung war Charles de Gaulle, der nach Landung der Alliierten 1944 die Vierte Republik ausrief. Er war der erste Präsident der Fünften Republik, die seit 1958 besteht.

Geografie

Frankreich liegt in Westeuropa zwischen Deutschland, Luxenburg, der Schweiz und Italien im Osten, Belgien im Norden und Spanien im Süden. Durch seine spezielle Lage ist die die Geographie in Frankreich eine der vielfältigsten in Europa.
Im Norden grenzt Frankreich an den Ärmelkanal, im Westen liegt der Golf von Biscaya, die große Bucht am Atlantik zwischen Frankreich und Spanien, im Südosten das Mittelmeer mit seinen wunderschönen Küsten. Durch seine zwischen den Meeren hat Frankreich eine lange Küstenlinie von 3.427 Kilometern.

Klima

Frankreich gehört zur gemäßigten Klimazone. Abgesehen vom Norden und der Alpenregion herrschen in Frankreich das ganze Jahr über weitaus mildere Temperaturen als in Deutschland. Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei 10°C, an der Mittelmeerküste im Süden bei 16°C. In Frankreich gibt es vier Klimazonen. Im Westen das ozeanische, in Zentralfrankreich das kontinentale, im Osten das Gebirgs- und im Süden das Mittelmeerklima.

Landessprache

Französisch

Religion in der französischen Kultur

(Schätzungen; keine offiziellen Daten verfügbar): 61 Prozent römisch-katholische Christen, 25 Prozent ohne Religion, 7 Prozent Muslime, 4 Prozent Protestanten, 2 Prozent andere Religionen und 1 Prozent Juden.

Bevölkerung und Kultur

Es leben ungefähr 63 Millionen Menschen in Frankreich. Die Franzosen lieben gutes Essen, seine Zubereitung, Wein und die Geselligkeit. Das gemeinsame Essen mit der Familie oder Freunden ist ein wichtiges Tagesereignis. In der Mittagszeit sind die Restaurants und Straßencafes immer gut besucht. Im Sommer sitzen die Franzosen mit ihrem Mittagessen auch gerne in einem der vielen kleinen und großen Parks. Sie gelten im Allgemein als sehr modebewusst. In Paris gibt es besonders edle Modemarken, die auf der ganzen Welt berühmt sind.
Die Franzosen mögen Sport. Besonders Fußball und Rugby gehören zu ihren Lieblingssportarten. Außerdem lieben sie Musik. In Frankreich gibt es sehr bekannte Jazz-, Hip Hop- und Rockmusiker, die meistens in der Landessprache singen.

Frankreich ist ein Land voller Kunst und Kultur. Paris ist auch hier wieder eine der wichtigsten Städte. In schönen und prachtvolle Gebäuden und Palästen wie der Kirche Notre Dame, dem Kunstmuseum Louvre und dem Invaliden Dom, in dem Napoleons Sarkophag steht, gibt es viele alte Kunstschätze zu bestaunen. Auch das Wahrzeichen von Frankreich, der Eiffelturm, steht in Paris. Im ganzen Land gibt es viele Schlösser und alte Burgen aus dem Mittelalter.

Wir sprechen vom FSJ, weil im allgemeinen Sprachgebrauch diese Abkürzung überwiegend für die Bezeichnung von Freiwilligendiensten genutzt wird. Tatsächlich sind die Freiwilligendienste jedoch in unterschiedlichen Programmen mit verschiedenen gesetzlichen Grundlagen und Richtlinien geregelt.