Freiwilligendienst im Ausland (Freiwilliges Soziales Jahr im Ausland)

FREIWILLIGENDIENST IN BRASILIEN

Brasilien ist das größte Land Südamerikas. Mit einer Fläche von 8.514.877 km² macht es 47,3 Prozent des südamerikanischen Kontinents aus und nimmt so fast die Hälfte der Fläche ein. Zudem ist es mit über 200 Millionen Einwohnern nicht nur das bevölkerungsreichste Land Südamerikas sondern auch der fünftgrößte Staat der Erde. Brasilien ist eine Bundesrepublik mit der Hauptstadt Brasília.

FREIWILLIGENDIENST IM FÜNFTGRÖSSTEN LAND DER ERDE

Die Brasilianer sind bekannt für ihre Lebenslust, Gelassenheit und ihre leidenschaftliche Art. Trotz erheblicher sozialer Unterschiede und Schwierigkeiten sind die Menschen sehr offen, kommunikativ und gastfreundlich. Ausdrücke wie „Das geht nicht“ oder „zack-zack“ gehören nicht zum brasilianischen Wortschatz. Vielmehr genießt man hier das Leben und trifft sich an den Wochenenden gerne mit der Familie und Freunden. Neben Fußball sind Volksfeste und der Karneval die größten Leidenschaften der geselligen Brasilianer.

Fußball ist Nationalsport in Brasilien. Die Spiele anzuschauen gehört zu den liebsten Freizeitaktivitäten der Brasilianer und Fußball ist eines der häufigsten Unterhaltungsthemen der Männer. Es ist so weit verbreitet, dass es nichts Besonderes ist, mitten im Regenwald oder in abgelegenen Dörfern volle Fußballfelder zu sehen. Wenn du gerne Fußball spielst, wirst du auf deine Kosten kommen und wenn nicht, wirst du es während deines FSJ bestimmt lernen.

Was der Fußball den Männern ist, ist den Frauen die brasilianische Telenovela. Ausnahmslos jeder Sender produziert seine eigenen Seifenoper-Serien.

Wissenswertes zum FSJ in Brasilien

Wenn du dich für ein FSJ in Brasilien interessierst, findest du hier noch ein paar weitere wichtige und hilfreiche Fakten:

- Für jeden jungen Menschen ist das FSJ eine tolle Gelegenheit eine neue Sprache zu lernen oder bestehende Sprachkenntnisse zu verbessern. Die Landessprache Brasiliens ist Portugiesisch. Englisch ist als Fremdsprache weniger etabliert, obwohl die Sprache normalerweise in Schulen unterrichtet wird. Auch in den Großstädten ist es nicht selbstverständlich, dass die Menschen Englisch sprechen oder verstehen. Spanisch wird dagegen für gewöhnlich zumindest ansatzweise verstanden.

- Aus europäischer Perspektive sind die Jahreszeiten in Brasilien "umgekehrt". Die heißen Sommermonate liegen zwischen Oktober und März, der "Winter" zwischen Juni und August.

- Am besten passt man sich modisch der Bevölkerung an. Die meisten Brasilianer kleiden sich eher bescheiden. Wer overdressed ist, wird schnell als „naiver“ Tourist erkannt. Und gerade Naivität lockt Diebe an.

- Noch ein echter Geheimtipp für alle FSJ Teilnehmer und Naturfreunde sind die Oasen, wie die unberührten „Lencois Maranhenses“ und „Jalapao“. Die Lagunen aus blau schillerndem, kristallklarem Wasser, die sich nur in der Regenperiode zwischen Januar und Juni bilden, sind echte Wunder im trockenen Gebiet des Nordostens.

AKTUELLE FSJ PROJEKTE IN BRASILIEN

Allgemeine Landesinformationen

Ein kurzer Blick in die Geschichte Brasiliens

Die Uhreinwohner Brasiliens waren Indianer verschiedener Stämme. Nach dem Amerika entdeckt wurde, wurde der südamerikanische Kontinent im 15. Jahrhundert durch den Vertrag von Tordesillas zwischen Portugal und Spanien aufgeteilt. Hiernach sollte die gesamte Westküste zur spanischen Kolonie und die zu diesem Zeitpunkt noch unbekannten Küstenabschnitte des heutigen Brasiliens zur portugiesischen Kolonie werden. Die portugiesische Kolonialzeit dauerte mehr als drei Jahrhunderte. In dieser Zeit kamen sehr viele Einwanderer verschiedener Herkunft nach Brasilien und sorgten damit für eine bedeutsame ethnische Vielfalt des Staates bei. Die Unabhängigkeit erlangte Brasilien schließlich im Jahr 1822. Darauf hin folgte eine Zeit der konstitutionellen Monarchie, bis das Land im Jahr 1889 als vereinigte Staaten von Brasilien zur Republik wurde.

Der Name Brasilien begründet sich aus dem portugiesischen Namen für das Brasilholz „pau brasil“, das ein sehr wichtiges Exportgut während der frühen Kolonisation war.

Geografie

Geografisch grenzt Brasilien an alle südamerikanischen Staaten bis auf Chile und Ecuador. Insgesamt sind das zehn Nachbarstaaten: Französisch-Guayana, Suriname, Guyana, Venezuela, Kolumbien, Peru, Bolivien, Paraguay, Argentinien, Uruguay. Nach der Volksrepublik China und Russland hat Brasilien, mit einer Grenzlänge von insgesamt 15.887 km, die drittlängste Landesgrenze der Welt.

Brasilien setzt sich aus 26 Bundesstaaten zusammen und ist in 5 Großregionen aufgeteilt: Norden, Nordosten, Mittelwesten, Südosten, Süden. Jede Region hat ihre geographischen und kulturellen Besonderheiten, was Brasilien zu einem faszinierenden Land macht. Fast alle Großstädte befinden sich in der Nähe der Atlantikküste. Hier lebt auch der Großteil der Bevölkerung.

Der Amazonas ist der wichtigste Fluss. Er ist der Wasserreichste Fluss der Erde. der Rio Madeira und der Rio Negro sind bedeutende Nebenflüsse des Amazonas.

Der höchste Gipfel ist 2994 Meter hoch und befindet sich im gleichnamigen Nationalpark Pico da Neblina. Die berühmtesten Berge Brasiliens sind der 710 m hohe, wegen der 30 Meter hohen Christus-Statue und des Blickes über Rio de Janeiro berühmte Corcovado und der 395 m hohe Zuckerhut.

Zum brasilianischen Hoheitsgebiet gehören auch einige im Atlantik gelegene Inseln: Sankt-Peter-und-Sankt-Pauls-Felsen, Fernando de Noronha, Trindade, Martim Vaz, Rocas-Atoll, Marajó, Ilha do Bananal. Marajó ist mit einer Fläche von 48.000 km² die größte der Inseln. Sie ist aber nur an einigen Orten bewohnt, da große Teile der Insel während der Regenzeit überschwemmt sind.

Klima – die verschiedenen Klimazonen

Brasilien liegt zwischen 5° nördlicher Breite und 34° südlicher Breite und befindet sich mit der meisten Fläche in den Tropen. Deswegen herrscht in Brasilien ein überwiegend tropisches Klima. Je näher man an den Äquator kommt, desto weniger unterscheiden sich die Jahreszeiten in den Temperaturschwankungen voneinander. Im Norden und Nordosten bleibt die Temperatur das ganze Jahr lang konstant bei durchschnittlich 27 Grad Celsius, es gibt hier lediglich eine Regen- und eine Trockenzeit. Weiter südlicher, in Städten wie Sao Paulo, Brasília und Belo Horizonte, sind die Temperaturunterschiede zwischen Sommer und Winter größer. Im subtropischen Süden herrscht mit einer Durchschnittstemperatur von 15 Grad Celsius ein gemäßigteres Klima.

Flora und Fauna im Naturparadies

Durch seine große Vielfalt an Pflanzen- und Tierwelt ist Brasilien ein Öko-Paradies. Es ist das artenreichste Land der Erde. Ein hoher Anteil des Bestandes der Tierarten ist allerdings gefährdet, weil die Waldfläche stetig verkleinert wird. Von der UNESCO wurden insgesamt 53 Nationalparks und 8 Naturreservate zum Weltnaturerbe erklärt.

Im Norden beansprucht Amazonien, das Einzugsgebiet des Amazonas, des Rio Anapu und des Rio Tocantins, 42 Prozent des brasilianischen Territoriums. Es ist der größte tropische Regenwald der Erde mit einem Fünftel der Süßwasserreserven der Welt. Hier findet man bis zu 60 Meter hohe Bäume, sehr viele verschiedene Vogel-, Insekten- und Schmetterlingsarten und in seinen Flüssen leben etwa 1.500 Fischarten. Daneben sind hier aber auch folgende Tiere beheimatet: Tapir, Wildschwein, Jaguar, Puma, Wildkatze, Affe, Faultier, Gürteltier, Ameisenbär, Anakonda, Kaiman, Capybara, Riesenotter, Flussdelfin und Seekuh. Auf dem Amazonas, aber vor allem auf seinen Nebenflüssen, wachsen Seerosen, deren Blüten 30 bis 40 cm groß werden können.

Der äußerste Nordosten Brasiliens bestand früher auch aus Regenwald, wird aber mittlerweile fast ausschließlich für Zuckerrohr-Plantagen und den Anbau von Baumwolle genutzt.

Im semiariden Berg- und Hochland im Zentrum und im Nordosten des Landes befindet sich die Savanne. Hier findet man die Baum-, Gras- und mit Laubbäumen durchsetzte Strauchsavanne. In dieser Trockenzone leben der große Ameisenbär, Wolf, Pampashirsch, Nandu, Gürteltier, Jaguar und Puma.

Eine noch größere Tier- und Pflanzenvielfalt findet man im Pantanal. Diese Sumpfregion im Mittelwesten des Landes steht sieben Monate im Jahr unter Wasser. Höher gelegene H3: Gebiete sind überwiegend Savanne.

In den küstennahen Gebirgen des Südens und Südostens dominieren, anstelle des ursprünglichen atlantischen Regenwaldes, Kaffeeplantagen. Die ursprüngliche Vegetation findet man hier nur noch in einigen Nationalparks.

Der Süden zeigt subtropische Vegetation. Dort, wo früher ursprüngliche Wälder aus Araukarien vorzufinden waren, findet man heute in dieser Region häufiger Niedergrassteppen, weil die Bäume größtenteils wegen der Holzgewinnung zerstört worden sind.

Landessprache

Es ist das einzige Land in Südamerika, in dem nicht Spanisch, sondern Portugiesisch gesprochen wird. Portugiesisch ist die alleinige und offizielle Landessprache und für 97 Prozent der Bevölkerung Muttersprache. Das brasilianische Portugiesisch unterscheidet sich jedoch nicht nur in der Aussprache deutlich von dem Portugiesisch in Portugal. In der Sprache wurden auch afrikanische und indianische Ausdrücke integriert. Das führt auf die bewegte Geschichte Brasiliens zurück, in der viele Einwanderer freiwillig oder gezwungenermaßen nach Brasilien gekommen sind. So gibt es je nach Region verschiedene Akzente und Slangs.

Religion in der brasilianischen Kultur

Der größte Teil der Bevölkerung bekennt sich mit 64,6 % zur römisch-katholischen Kirche. Dieser Anteil sinkt jedoch stetig. 22,2 % der Bevölkerung sind Protestanten. Es gibt aber auch protestantische Sekten und Freikirchen, die im 20. Jahrhundert besonders durch die nordamerikanischen Missionskirchen Erfolge erzielten. 2,0 % sind Anhänger des Spiritismus und 0,3 % bekennen sich zu afro-brasilianischen Religionen wie Candomblé und Umbanda. Des weiteren gibt es hier Zeugen Jehovas, Mormonen, Buddhisten, Juden, Muslime und Hindus. 8,0 % der Bevölkerung gehören keiner Religion an.

Bevölkerung und Kultur

Die brasilianische Bevölkerung setzt sich ursprünglich aus 4 Bevölkerungsgruppen zusammen. Dazu gehören die Portugiesen aus der Kolonialzeit, die als Sklaven verschleppten Afrikaner, die verschiedenen Einwanderer aus Europa und Asien und die Einheimischen. Heutzutage ist eine klare Zuordnung zu einer Gruppe oft nicht mehr möglich, da sie so umfassend vermischt sind.

Die brasilianische Musik ist von portugiesischen, afrikanischen und indigenen Musiktraditionen beeinflusst worden. Musik ist eines der grundlegenden Elemente der brasilianischen Kultur. Hier entstanden einige der unterschiedlichen Rhythmen wie: Samba, Bossa-Nova, Lambada, Forró, Axé, Pagode.

Wir sprechen vom FSJ, weil im allgemeinen Sprachgebrauch diese Abkürzung überwiegend für die Bezeichnung von Freiwilligendiensten genutzt wird. Tatsächlich sind die Freiwilligendienste jedoch in unterschiedlichen Programmen mit verschiedenen gesetzlichen Grundlagen und Richtlinien geregelt.